Die Hauptverhandlung läuft im Wesentlichen wie folgt ab:

Nach dem Aufruf der Sache und der Feststellung, wer anwesend ist, wird der Jugendliche vom Richter zu den „persönlichen Verhältnissen“ vernommen; dies dient der Identitätsfeststellung. Anschließend wird von dem Staatsanwalt die Anklage verlesen. Danach wird der angeklagte Jugendliche gemäß § 243 V StPO (Strafprozessordnung) darüber belehrt, dass es ihm freisteht, sich zum Vorwurf der Anklage zu äußern oder aber keine Angaben zur Sache zu machen.

Hat der Jugendliche den Vorwurf bereits eingeräumt bzw. räumt er ihn in der Hauptverhandlung ein, erübrigt sich in der Regel eine Beweisaufnahme zum eigentlichen Tatgeschehen.

Bestreitet der Jugendliche den Vorwurf, schließt sich nunmehr die Beweisaufnahme an. Es werden dann Zeugen gehört, Urkunden verlesen oder ein sogenannter Augenschein durchgeführt. Letzteres bedeutet, dass zum Beispiel Bilder in der Akte angeschaut werden. Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, einen Sachverständigen zu vernehmen, der zur Frage der verminderten Schuldfähigkeit gemäߧ 21 StGB (Strafgesetzbuch) Stellung nimmt.

Nachdem alle Beweise seitens des Gerichts erhoben sind, erstattet die Jugendgerichtshilfe ihren Bericht zur Person des Jugendlichen und äußert sich auch zur Frage, welche Maßnahmen gegen den Jugendlichen aus der Sicht der JGH sinnvoll erscheinen. Auch wird das Erziehungsregister des Jugendlichen verlesen.

Daran schließt sich dann das Plädoyer des Jugendstaatsanwaltes an und das eines eventuellen Verteidigers. Schließlich hat der Jugendliche das Recht des „letzten Wortes“.

Das Urteil ergeht in der Regel sofort im Anschluss.

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