Es muss zunächst eine Jugendpornographische Schrift vorliegen. Dem Begriff Schrift unterfallen nicht lediglich Druckerzeugnisse im herkömmlichen Sinne, es sind jegliche Formen von Darstellungsmöglichkeiten umfasst.

Neben Schriften sind dies zum Beispiel Abbildungen (z. B. Gemälde, Zeichnungen oder auch Photoabzüge) und Ton- und Bildträger ( wie z. B. Magnetbänder, Video- oder Audiokassetten, Festplatten, USB-Sticks, Computerdisketten, CD-ROMs, DVDs etc.). Die verfahrensgegenständliche Datei muss weiterhin jugendpornographisches Material beinhalten Nicht jede bewusste Inszenierung von Minderjährigkeit unterfällt zwangsläufig unter den Begriff der strafbaren Jugendpornographie

Hierbei kommt es entscheidend auf das Alter der Beteiligten zum Zeitpunkt der Herstellung der pornografischen Schrift an. Jugendlich sind nur Personen zwischen 14. dem und dem 18. Lebensjahr.

Grundsätzlich gelten die dargelegten Altersgrenzen unabhängig von der optischen Darstellung des Darstellers. Um etwaige Strafbarkeitslücken zu vermeiden (z. B. bei abweichenden Altersangaben, bei fehlenden Altersangaben usw.) stellt man nicht notwendigerweise auf das tatsächliche Alter ab, sondern darauf, wie die gezeigte Person von einem objektiv urteilenden Beobachter altersmäßig eingeordnet werden würde.

Wenn ein Darsteller aber optisch verjüngt wurde ( z. Bsp. Zöpfe, Schulkleidung usw.) und von einem objektiven Betrachter als Jugendlicher eingeschätzt werden würde, so kann dies bereits dem Tatbestand unterfallen auch wenn der Darsteller zum Zeitpunkt der Herstellung der pornographischen Schrift über 18 Jahre alt war. Ist der Darsteller Jugendlicher im Sinne des Gesetzes zum Zeitpunkt der Herstellung der pornographischen Schrift und sieht er lediglich älter aus, so berührt es die Strafbarkeit nicht.

Sodann muss die Schrift sexuelle Handlungen von Jugendlichen zeigen. Nach der neuerlichen Gesetzesänderung müssen hierbei keine Missbrauchsszenen mehr dargestellt sein. Nunmehr ist jegliche sexuelle Handlung in Bezug auf den Jugendlichen erfasst. Umfasst vom Gesetzt sind Darstellungen, welche sexuellen Körperkontakt mit dem Jugendlichen aufweisen, sexuelle Handlungen eines Dritten vor einem Jugendlichen, die der Jugendliche als solche auch wahrnimmt sowie auch die Vornahme von sexuellen Handlungen von Jugendlichen an sich selber. Bei Darstellungen, welche lediglich den Jugendlichen abbilden ist es erforderlich, dass entweder eindeutige unnatürliche erotische Darstellungen des Jugendlichen und seiner Sexualorgane oder aber ein aktives Tun des Jugendlichen im Hinblick auf eine sexuelle Handlung vorliegt.

Es ist keine notwendige Voraussetzung für die Strafbarkeit, dass der Jugendliche bei den Darstellungen unbekleidet abgebildet ist.

Verbreitung, Erwerb und Besitz

Die jugendpornographische Schrift muss man sich weiterhin verschafft, eine solche besessen oder momentan im Besitz haben. Hierzu muss man die tatsächliche Verfügungsgewalt über die entsprechende Schrift erlangt haben. Grundsätzlich liegt ein „Sich Verschaffen“ vor, wenn die entsprechende Datei auf dem PC oder anderen Datenträgern gespeichert wurde. Erforderlich ist, dass mit Besitzbegründungswillen gehandelt wird, dies bedeutet, dass eine willentliche Handlung, welche sich auf die Besitzbegründung bezieht vorliegen muss.

Umstritten ist hierbei die juristische Einordnung des unwillentlichen Abspeicherns eine jugendpornographischen Schrift z. B. im Browserverlauf oder das Anlegen von „thumbs“. Beide Vorgänge laufen ohne menschliche Einwirkung ab, so dass eine willentliche Handlung nicht vorliegt.

Unabhängig davon, ob in solchen Fällen ein „sich verschaffen“ vorliegt, kann die Strafbarkeit hier im Hinblick auf den Besitz begründet werden. Der Besitz der jugendpornographischen Datei erlangt an Bedeutung wenn keine willentliche Handlung gegeben ist. Auch hier liegt eine Strafbarkeit nur vor, wenn ein willentliches Besitzen vorliegt.

Das Verbreiten jugendpornographischer Schriften stellt die schwerwiegendste Begehungsform dar. Unter Verbreiten ist das Zugänglichmachen einem größeren Personenkreis zu verstehen. Erforderlich ist, dass einem anderen, sei es auch nur durch bloßes Auslegen in einem Raum oder durch Bereitstellung auf einem „Server“ in Computernetzen wie dem Internet, die Möglichkeit eröffnet wird, sich durch Wahrnehmung vom Inhalt der Schrift Kenntnis zu verschaffen. Nicht ausreichend im Sinne des Gesetzes ist die Weitergabe an einzelne Personen. Unerheblich ist, ob auch tatsächlich ein großer Personenkreis von der Datei Kenntnis erlangt hat.