Wird der Jugendliche vom Gericht freigesprochen, so trägt der Staat gemäß § 467 StPO (Strafprozessordnung) „die Auslagen der Staatskasse und die notwendigen Auslagen des Angeschuldigten“. Auslagen der Staatskasse sind insbesondere die Kosten des Verfahrens (Gerichtsgebühren, aber auch zum Beispiel Kosten für ein Sachverständigengutachten, das von der Staatsanwaltschaft oder vom Gericht erholt worden war).

Zu den notwendigen Auslagen des Angeschuldigten gehören insbesondere auch Kosten eines Wahlverteidigers, den der Jugendliche oder dessen Erziehungsberechtigte beauftragt hatte.

Bei einer Verurteilung muss der Angeklagte gemäß § 465 StPO müsste er grundsätzlich die Verfahrenskosten und seine eigenen Auslagen selber tragen.

Allerdings sieht § 74 JGG (Jugendgerichtsgesetz) die Möglichkeit vor, im Verfahren gegen einen Jugendlichen davon abzusehen, ihm die Gerichtskosten und -auslagen aufzuerlegen. Jugendliche sollen nicht durch Zahlung der Verfahrenskosten zusätzlich finanziell belastet werden.

Allerdings gibt es darüber hinaus nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs keine gesetzliche Grundlage, auch die Kosten eines Strafverteidigers dem Staat aufzuerlegen, wenn der Jugendliche verurteilt wird.

Diese Kosten muss der Jugendliche (oder seine Erziehungsberechtigten) selbst tragen.