Der Vorwurf einer Tatbegehung im Bereich des Sexualstrafrechts hat sehr weitreichende Konsequenzen.

Zum einen handelt es sich strafrechtlich gesehen um eine höchst sensible Materie welche mit überdurchschnittlich hohen Freiheitsstrafen bedroht ist. Weit über 80% aller Verurteilungen in diesem Strafrechtssegment sind Freiheitsstrafen. Zum anderen sind die außergerichtlichen Konsequenzen im sexualstrafrechtlichen Bereich besonders gravierend. Bereits das Publikwerden eines eingeleiteten Ermittlungsverfahrens im Bereich des Sexualstrafrechts kann gravierende Auswirkungen auf das Berufsleben haben.

Die verfahrensrechtliche Situation bei Verfahren aus dem Bereich des Sexualstrafrechts ist besonders prekär. Bereits im Laufe des Ermittlungsverfahrens gehen die Behörden von der falschen Prämisse aus und ermitteln recht einseitig, was zu falschen und grotesken Sachverhaltsdarstellungen, Übertreibungen oder gar unwahren Aussagen Zeugenaussagen führt.
Recht häufig basiert der gesamte Prozess im Bereich des Sexualstrafrechts lediglich auf den belastenden Aussagen des angeblichen Opfers. Weitere objektive Beweise, welche eine irgendwie geartete Tatbeteiligung des Beschuldigten belegen, liegen meist nicht vor, so dass es zu einer Aussage gegen Aussage Konstellation führt. Hierbei ist es entscheidend, wem die Behörden und das Gericht Glauben schenken.

In diesen Fällen kann eine Verteidigung nur sinnvoll sein, wenn der Anwalt sich genau mit dem Instrumentarium der Zeugenvernehmung auskennt und durch eine gezielte Befragung die Schwächen der Zeugenangaben aufzeigen kann. Es ist wichtig, dass eine Zeugenvernehmung hart und effizient durchgeführt wird und nicht aus falsch verstandenem Mitgefühl gegenüber den Geschädigten die Interessen des Mandanten auf der Strecke bleiben.

Weiterhin ist die Kenntnis der einschlägigen neusten Rechtsprechung im Bereich des Sexualstrafrechts unabdingbar.
Auch ist aufgrund der enormen medialen Aufmerksamkeit ist zu beobachten, dass bereits bei der Nutzung von „Social media“ überdurchschnittlich viele strafrechtliche Ermittlungsverfahren eingeleitet werden welche die Verbreitung pornografischer Schriften oder die sexuelle Beleidigung zum Gegenstand haben. Insbesondere die Eingabe bestimmter Begriffe auf einer vermeintlich legalen und zugelassenen Pornoseite kann dazu führen, dass Dateien aufgerufen werden, welche illegal sind und der Strafbarkeit auf dem Gebiet des Sexualstrafrechts unterliegen.

Während in den meisten Bereichen die Anzahl der Hausdurchsuchungen zurückgegangen ist, wird beim Vorwurf der Verbreitung kinderpornografischer Schriften intensiv davon Gebrauch gemacht.

Vorwürfen dieser Art sollte schnell und effizient begegnet werden. Bereits die erste Kommunikation mit der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht stellt die entscheidenden Weichen für den weiteren Verlauf des gesamten Verfahrens. Hierbei sollte ein auf dem Gebiet des Sexualstrafrechts erfahrener Rechtsanwalt für Sie die Weichen stellen, um Fehler zu vermeiden!

Bitte bedenken Sie, dass das man mit der richtigen und sinnvollen Verteidigung eine Eintragung ins Führungszeugnis (nicht zu verwechseln mit dem Eintrag ins Bundeszentralregister!) verhindern kann! Hierfür ist jedoch erforderlich, dass die optimale Verteidigung unmittelbar nach dem Einleiten des Ermittlungsverfahrens in Gang gesetzt wird.

Rechtsanwältin Galina Rolnik –Fachanwältin für Strafrecht- ist auf die Verteidigung von Sexualdelikten spezialisiert.